Federn nach Zeichnung
Drei Wege führen zur Feder: ein Muster, eine technische Zeichnung oder eine reine Maßliste. Alle drei funktionieren — sie unterscheiden sich nur in der Genauigkeit, mit der wir beim ersten Versuch treffen.
Die drei Wege
- Muster — der sicherste Weg. Die alte Feder wird eingeschickt, die Maße werden daran abgenommen und eins zu eins nachgefertigt.
- Zeichnung — geeignet für Serienfertigung und Maschinenbauer. Zwischen Zeichnung und Serie liegt eine Freigaberunde.
- Maßliste — der schnellste Weg. Bei Druck- und Zugfedern genügen Drahtdurchmesser, Außendurchmesser, freie Länge und Windungszahl; bei Dreh- und Formfedern zusätzlich Schenkellänge und Schenkelwinkel.
Toleranzen
Toleranzen werden über Gütegrade angegeben: Gütegrad 1 ist das engste Feld, Gütegrad 3 das weiteste. Für Druckfedern gilt DIN 2095, für Zugfedern DIN 2097. Welcher Gütegrad sinnvoll ist, hängt an der Baugruppe — ein engeres Feld als nötig verteuert die Feder, ohne dass die Maschine davon profitiert.
Wenn Sie den Gütegrad nicht angeben, legen wir ihn anhand der Anwendung aus und schreiben ihn ins Angebot.
Was den Liefertermin bestimmt
Der Termin ist keine feste Zahl, sondern folgt dem Auftrag — deshalb steht hier keine Tagesangabe. Was ihn bestimmt, ist jedoch klar, und der verbindliche Termin kommt mit dem Angebot.
- Kein Werkzeug — die Wickellinie arbeitet ohne Werkzeugbindung. Der bei Sonderfedern übliche längste Wartepunkt entfällt.
- Drahtverfügbarkeit — liegt der Durchmesser und die Güte auf Lager, beginnt die Fertigung sofort; sonst kommt die Beschaffung hinzu.
- Wärmebehandlung — das Spannungsarmglühen nach dem Wickeln wird nicht übersprungen und ist ein fester Schritt.
- Endenbearbeitung und Beschichtung — Schleifen und Verzinken sind eigene Schritte. Verzinkt ist Standard; Lackierung oder Sonderfarben kommen hinzu.
- Stückzahl — die Wickelzeit folgt der Menge. Einzelstück und Serie tragen nicht denselben Termin.
Was Werkzeugunabhängigkeit praktisch bedeutet
Bei Sonderfedern ist die längste Wartezeit üblicherweise nicht das Wickeln, sondern die Vorbereitung des Werkzeugs. Unsere Wickelanlage arbeitet ohne werkzeuggebundene Umrüstung: die Geometrie wird gesteuert eingestellt, nicht durch ein Formwerkzeug festgelegt.
Daraus folgen drei Dinge, die für den Einkauf zählen. Es gibt keine Position „Werkzeugkosten“ im Angebot. Es gibt keine Mindestmenge, die durch ein Werkzeug erzwungen wird — auch ein Einzelstück ist möglich. Und eine Maßänderung nach dem Muster kostet keine neue Werkzeugrunde, sondern eine neue Einstellung.
Prototyp, Kleinserie und Serienfertigung laufen deshalb über denselben Weg. Ein Muster, das sich im Versuch bewährt, geht ohne Wechsel des Fertigungsverfahrens in die Serie.
Was in die Anfrage gehört
Je vollständiger die Anfrage, desto belastbarer das Angebot. Diese Angaben genügen für einen verbindlichen Preis mit Liefertermin:
- Federart — Druck-, Zug-, Drehfeder oder Drahtformteil.
- Maße oder Arbeitspunkt — entweder die fünf geometrischen Maße oder die geforderte Kraft bei einer bestimmten Länge. Eines von beiden reicht.
- Werkstoff — Federstahldraht nach EN 10270-1 oder nichtrostend nach EN 10270-3. Ohne Angabe schlagen wir den für die Anwendung üblichen vor.
- Oberfläche — verzinkt, blank oder nichtrostend.
- Stückzahl — die Angabe mit dem größten Einfluss auf den Preis. Auch eine Spanne hilft.
- Muster oder Zeichnung — das Anfrageformular nimmt Dateianhänge an; ein Foto des Altteils neben einem Maßstab genügt für die meisten Positionen.
Häufige Fragen
Fertigen Sie auch ein einzelnes Stück?
Ja. Da wir ohne Werkzeugbindung arbeiten, gibt es keine werkzeugbedingte Mindestmenge. Bei einem Einzelstück bestimmt der Einrichtaufwand den Stückpreis.
Fallen Werkzeugkosten an?
Nein. Unsere Wickelanlage arbeitet ohne werkzeuggebundene Umrüstung, deshalb entfällt die Werkzeugvorbereitung und es gibt im Angebot keine Position dafür.
Ich habe keine Zeichnung — reicht ein Muster?
Ja, und häufig ist das Muster der sicherste Weg: daran werden alle Maße einschließlich Endenform und Wickelrichtung ohne Missverständnis abgenommen. Auch reine Maßangaben genügen.
Können Sie nach Kraft statt nach Maß auslegen?
Ja. Wenn Sie angeben, welche Kraft bei welcher Länge oder welchem Winkel gefordert ist, legen wir die Feder danach aus und schlagen die Maße vor.
Welche Werkstoffe verarbeiten Sie?
Patentiert-gezogenen Federstahldraht nach EN 10270-1 (früher DIN 17223) und nichtrostenden Federdraht nach EN 10270-3. Der eingesetzte Draht kommt mit Schmelzenzeugnis nach EN 10204.
Fertigen Sie nur Federn für Landmaschinen?
Nein. Der Schwerpunkt liegt dort, aber die Wickelanlage kennt diese Grenze nicht — auf denselben Maschinen entstehen Federn für Automobilzulieferer, Hausgeräte und den allgemeinen Maschinenbau.
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