Federtypen

Zugfedern

Eng gewickelte Federn, die beim Auseinanderziehen zurückstellen. Die Ösenform entscheidet über Montage und Lebensdauer — sie ist bei der Zugfeder wichtiger als bei jedem anderen Typ.

Innere Vorspannung

Die Windungen einer Zugfeder liegen aneinander. Das ist keine Formfrage: dadurch lässt sich beim Wickeln eine innere Vorspannung einbringen. Eine vorgespannte Feder dehnt sich erst, wenn eine bestimmte Kraft überschritten ist. Was im Feld „die Feder ist ausgeleiert“ heißt, ist häufig kein Bruch, sondern der Verlust dieser Vorspannung.

Sobald sich der Körper öffnet, folgt die Federrate derselben Beziehung wie bei der Druckfeder: k = G·d⁴ / (8·Dm³·n). Das Körperverhalten ist bei beiden gleich; der Unterschied liegt an den Enden.

Ösen- und Hakenformen

Die schwächste Stelle einer Zugfeder ist nicht der Körper, sondern die Öse. Die gesamte Last läuft durch den Biegeradius, und dort konzentriert sich die Spannung — die meisten Brüche gehen vom Ösenansatz aus. Je größer der Radius, desto länger die Lebensdauer.

Werkstoff und Toleranz

Toleranzen nach DIN 2097. Werkstoff nach EN 10270-1 oder EN 10270-3. Da die Ösenbiegung den Draht am stärksten beansprucht, zählt hier neben der Zugfestigkeit auch die Verformungsreserve des Werkstoffs.

Maße, die wir für ein Angebot brauchen

Bei der Zugfeder werden die Maße anders abgenommen als bei der Druckfeder, weil die Ösen mitzählen. Die Gesamtlänge wird über die Ösen gemessen, nicht über den Federkörper.

Wann eine Zugfeder ersetzt wird

Die Zugfeder versagt selten durch Bruch des Körpers. Zwei andere Zustände treten früher ein: die Öse reißt am Übergang zum Körper, oder die Feder längt sich und kehrt nicht mehr auf ihre ungespannte Länge zurück. Beides bedeutet das Ende der Funktion, auch wenn die Feder äußerlich unversehrt aussieht.

Der Übergang von der Öse zum Körper ist die höchstbelastete Stelle der Feder, weil dort Biegung und Torsion zusammentreffen. Eine Feder, die dauerhaft über ihre zulässige Spannung hinaus gezogen wird, bricht deshalb fast immer an dieser Stelle — nicht in der Mitte.

Häufige Fragen

Was ist innere Vorspannung?

Die Zugfeder wird mit aneinanderliegenden Windungen gewickelt; die dabei eingebrachte Kraft hält die Windungen zusammen. Erst wenn die äußere Kraft diese innere Vorspannung übersteigt, beginnt die Feder sich zu längen. Sie ist deshalb ein eigener Auslegungswert und wird bei der Anfrage mit erfasst.

Welche Ösenform soll ich wählen?

Die Ösenform richtet sich nach dem Anschlusspunkt, nicht nach der Feder. Wenn ein Altteil vorliegt, ist die vorhandene Form die sichere Wahl: sie ist bereits auf den Einbau abgestimmt. Ohne Altteil genügt eine Skizze der Aufhängung.

Werden Zugfedern auch verzinkt?

Ja. Verzinken ist bei Land- und Außenanwendungen die Standardausführung. Für korrosionsoffene Umgebungen fertigen wir alternativ aus nichtrostendem Federdraht nach EN 10270-3.

Meine Feder hat sich gelängt — kann sie nachgestellt werden?

Nein. Die Längung ist eine bleibende Verformung; die innere Vorspannung ist damit verloren und lässt sich nicht wiederherstellen. Die Feder muss ersetzt werden.

Fertigen Sie auch einzelne Zugfedern?

Ja. Da wir ohne Werkzeugbindung arbeiten, gibt es keine Werkzeugkosten und keine Mindestmenge, die durch das Werkzeug erzwungen wird. Bei Einzelstücken bestimmt der Einrichtaufwand den Stückpreis.

Welchen Drahtdurchmesser können Sie wickeln?

Von 0,20 bis 40 mm, in Federstahldraht nach EN 10270-1 oder nichtrostend nach EN 10270-3.

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